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Fortsetzung:
Varone Wasserfall bei Riva del Garda: Geschichte

Die Einweihung

Die prächtige Eröffnung des Varone Wasserfalls bei Riva del Garda fand am 20. Juni 1874 statt und war ein großes Ereignis für das Städtchen Riva del Garda. Außergewöhnlicher Pate für den Wasserfall war Prinz Nikola von Montenegro, der zeitgleich am Gardasee weilte.

Der Wasserfall wurde sogleich zu einem absoluten Muss für alle Besucher: Zu jedem offiziellen Anlass gehörte es zum Pflichtprogramm, die Gäste zum Varone Wasserfall zu bringen - der ganze Stolz der Stadt und eine der bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten der Gegend.

Persönlichkeiten

Prinz Umberto II., der Dichter Gabriele D'Annunzio, Kaiser Franz Joseph, Franz Kafka, Thomas Mann und eine Reihe von mehr oder weniger berühmten Schriftstellern sind nur einige von vielen bekannten Persönlichkeiten, die den Wasserfall mit einem Besuch beehrten.


 

Kaiser Franz Josef von Habsburg

Im Trentino, das damals noch zur k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn gehörte, wurde der Kaiser liebevoll „Cecco Beppe“ genannt. Franz Josef, der Kaiser Österreichs und Herrscher Lombardo-Venetiens (1830-1916), war ein gern gesehener Gast am Gardasee und verbrachte mit seinem Hofstaat so manchen Urlaub in Arco, zu jener Zeit ein äußerst beliebter und mondäner Kurort.
Dem damaligen Besitzer des Varone Wasserfalls, Piero Bozzoni, wurde vom Kaiser auch eine Ehrenurkunde für seine besonderen Verdienste in der Seidenherstellung verliehen: Riva und Varone waren nämlich bekannt für den Anbau von Maulbeerbäumen und der damit verbundenen Seidenraupenzucht.

Thomas Mann

Im Gegensatz zu Franz Kafka und Max Brod, die den Varone Wasserfall zwar mehrmals besichtigten, aber diesbezüglich keine Aufzeichnungen hinterließen, schrieb Thomas Mann ausführlich über seinen Besuch.
Der große deutsche Schriftsteller (1875 - 1955) kam zwischen 1901 und 1904 oft nach Riva und besichtigte den Wasserfall im Winter 1901. Der Anblick dieses Naturschauspiels beeindruckte ihn tief, und er hielt den Besuch in seinem Notizbuch fest. Diese Zeilen fügte Thomas Mann zwanzig Jahre später in seinem Roman „Der Zauberberg“ ein, der im Jahre 1924 veröffentlicht wurde. Gegen Ende des Romans, im Kapitel, das mit dem Selbstmord von Mynheer Peeperkorn endet, ist die Rede von einem Ausflug zum Wasserfall im Flüelatal, dessen Beschreibung fast genau mit der des Varone Wasserfalls übereinstimmt:

„Die Besucher waren dicht herangetreten auf schlüpfrigem Felsengrunde und betrachteten, feucht angeatmet und angesprüht, in Wasserdunst eingehüllt, die Ohren überfüllt und dicht verpolstert vom Lärm, dazu Blicke tauschend und mit verschüchtertem Lächeln die Köpfe schüttelnd, das Schauspiel, diese Dauerkatastrophe aus Schaum und Geschmetter, deren irres und übermäßiges Brausen sie betäubte, ihnen Furcht erregte und Gehörstäuschungen verursachte. Man glaubte hinter sich, über sich, von allen Seiten drohende und warnende Rufe zu hören, Posaunen und rohe Männerstimmen.“

König Umberto II

Alle Zeitungen berichteten vom Besuch des italienischen Thronerben: Als dieser im Sommer 1924 nach Riva del Garda kam, war das für die kleine Stadt eine Sensation. Damals war der Sohn Vittorio Emanueles III gerade mal zwanzig Jahre alt. Heute noch wäre er Anwärter auf den Thron Italiens, auf den er 1946 nach nur einmonatiger Herrschaft verzichten musste. Bei seinem Besuch in Varone führte man den jungen Umberto, natürlich von zahlreichen Fotografen umringt, sofort zum Wasserfall. Auf den Fotos ist ein Prinz mit jugendlichem Gesicht und in Militäruniform zu sehen, der in Begleitung des hiesigen Militärs die Treppen zum Wasserfall hinaufgeht.

Gabriele D’Annunzio

Der große Dichter D'Annunzio wurde nach dem Besuch des Wasserfalls um ein Autogramm gebeten und schrieb „Der Mann der Turbinen und des Wassers“.

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